WWF-Bericht: Reiche Primatenartenvielfalt bedroht und dringend schutzbedürftig

5. Januar 2022 - 44 verschiedene Primatenarten sind im Greater Mekong beheimatet, werden aber zunehmend durch Lebensraumverlust und Jagd bedroht.

 

Primaten des Großen Mekong: Status, Bedrohungen und Erhaltungsbemühungen", ein neuer WWF-Bericht, hebt die erstaunliche Vielfalt der Loris, Makaken, Languren und Gibbons hervor, die in den fünf Ländern des Großen Mekong - Kambodscha, Laos, Myanmar, Thailand und Vietnam - leben. Zu den vorgestellten Arten gehören der Skywalker-Hoolock-Gibbon, der 2017 als neue Art beschrieben wurde, und der Popa-Langur, der erst 2020 als neue Art beschrieben wurde. Die 44 in der Region vorkommenden Primatenarten, von denen 19 endemisch sind, zeugen von der erstaunlichen Artenvielfalt der Region, doch ihr Erhaltungszustand ist ein deutlicher Hinweis auf die gravierenden Bedrohungen, denen sie ausgesetzt sind.

Die Abholzung der Wälder, die Zerstörung der Lebensräume und die durch den Wildtierhandel und -konsum ausgelöste Jagd haben viele Primaten im Mekong-Gebiet an den Rand des Aussterbens gebracht. Ein Viertel der Arten wird in der Roten Liste der IUCN als "vom Aussterben bedroht" eingestuft, während etwa die Hälfte als "gefährdet" gilt. Darüber hinaus zeigen die jüngsten Bewertungen der Roten Liste ein erhöhtes Aussterberisiko für ein Viertel der Primaten im Vergleich zu den vorherigen Bewertungen aus dem Jahr 2008, während sich das Aussterberisiko für die übrigen Arten nicht verringert hat.

"Wir laufen Gefahr, viele Primatenarten in unserer Region zu verlieren, wenn nicht dringend genug getan wird, um sie und ihre Lebensräume zu erhalten", sagte K. Yoganand, WWF-Regionalleiter für Wildtiere im Großraum Mekong. "Viele dieser Arten kommen nur im Greater Mekong vor und einige nur in einem Land oder sogar nur in einem kleinen Teil einer Landschaft, was sie sehr einzigartig, aber auch sehr anfällig für vom Menschen verursachte Bedrohungen macht."

Die Primaten dieser Region verlieren nicht nur ihren wertvollen Lebensraum in alarmierendem Tempo, sie sind auch durch den legalen und illegalen Handel mit Wildtieren stark bedroht. Ihr Fleisch wird als Nahrungsmittel verkauft, Teile werden für die Verwendung in der traditionellen Medizin gehandelt, und lebende Tiere werden als exotische Haustiere oder als Requisiten für Selfies mit Touristen vermarktet. Die Zahl der Primaten im legalen Handel mit Wildtieren - oft zur Verwendung in der biomedizinischen Forschung und für pharmazeutische Tests - hat zugenommen, wobei der legale Handel mit Primaten im Jahr 2015 einen geschätzten Wert von $138 Millionen US-Dollar hatte.

Darüber hinaus hat die Forschung vorausgesagt, dass alle Affenarten sowie asiatische und afrikanische Affenarten einem hohen Risiko ausgesetzt sind, an SARS-CoV-2 zu erkranken, dem Virus, das beim Menschen COVID-19 verursacht. Zoonotische Krankheiten - die ihren Ursprung bei Tieren haben und oft durch den häufigen und unsicheren Kontakt zwischen Wildtieren und Menschen im Handel verursacht werden - können dann auf Tiere übertragen werden, was ihr Überleben weiter bedroht. Rhesusaffen und Langschwanzmakaken, die beide in der Greater Mekong-Region vorkommen, wurden in Labors mit dem SARS-CoV-2-Virus infiziert und entwickelten COVID-19-Symptome, die denen des Menschen ähneln.

Glücklicherweise arbeiten viele Organisationen, Regierungsbehörden und lokale Gemeinschaften unermüdlich daran, einige dieser einzigartigen Arten vor dem Aussterben zu bewahren. Der WWF führt in einigen Schutzgebieten Erhebungen durch, um die Primatenpopulationen zu überwachen, wie z. B. die Weißhandgibbons im nationalen Schutzgebiet Nam Poui in Laos oder den Ha Tinh-Languren im Bezirk Thach Hoa in Vietnam. In Myanmar hat der WWF mit Partnerorganisationen zusammengearbeitet, um neu gebaute Stromleitungen zu isolieren und Gibbons vor Stromschlägen zu schützen. Vom WWF unterstützte Patrouillen entschärfen Schlingen und setzen in Fallen gefangene Primaten in den Annamiten von Laos und Vietnam sowie in den östlichen Ebenen von Kambodscha wieder in die freie Wildbahn aus.

Es gibt viele andere Naturschutzorganisationen, die sich für den Schutz, die Erforschung, die Rettung und die Wiederherstellung der einzigartigen Primaten in dieser Region einsetzen. Fauna and Flora International arbeitet in Vietnam und Myanmar intensiv an der Überwachung und dem Schutz bedrohter Primaten an wichtigen Standorten. Das Endangered Primate Rescue Center in Cuc Phuong, Vietnam, rettet und züchtet bedrohte Arten, um sie wieder in die freie Wildbahn zu entlassen. Das Little Fireface Project erforscht Loris in freier Wildbahn und kämpft gleichzeitig gegen ihren Handel als Haustiere und Requisiten für den Selfie-Tourismus. Organisationen wie das Jahoo Gibbon Camp in Kambodscha und die Gibbon Experience in Laos schaffen sichere Wege für Touristen, um Primaten in freier Wildbahn zu sehen und zu hören, mit dem Ziel, die örtliche Wirtschaft und die Lebensbedingungen zu verbessern und im Gegenzug den Jagddruck zu verringern. 

"Wenn die verbleibenden Primatenpopulationen im Greater Mekong überleben und sich schließlich auf einen lebensfähigen Bestand erholen sollen, müssen Regierungen, Nichtregierungsorganisationen, Unternehmen und lokale Gemeinschaften zusammenarbeiten und gezielte Schutzmaßnahmen für Primaten durchführen", sagte Thinh Van Ngoc, CEO des WWF-Vietnam. "Der WWF arbeitet derzeit mit anderen Primatologen zusammen, um die Bemühungen zum Schutz der Primaten in Vietnam zu überprüfen; es besteht Hoffnung, diese unglaublichen Arten, die unsere Region einzigartig machen, zu retten, aber wir müssen schnell und entschlossen handeln."

Foto: Copyright: © Adam Oswell / WWF-Greater Mekong

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